Ein „Real-Life“-Pilot des Batterieproduktpasses für Traktionsbatterien
Real-life Pilot of the Battery Product Passport for Electric Vehicle Batteries
S. Revidat (Hyundai Motor Europe)
B.D. Rukanova (TU Delft - Technology, Policy and Management, TU Delft - Innovation Affairs)
T. Chirvisuta (TNO)
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Abstract
Im Rahmen des „Green Deal“ der EU soll ein digitaler Batterieproduktpass eingeführt werden, einschließlich der Verfügbarkeit dynamischer Live-Daten während der Nutzung. In einem Pilotprojekt der TU Delft und dem Hyundai Motor Europe Technical Center, unter Beteiligung niederländischer Behörden (Zoll und RDW), TNO, ARN, Dukosi sowie Mobis und Kia Europe, in Kooperation mit dem EU-finanzierten Datapipe-Projekt, konnten Erfahrungen mit dem Batteriezellpass in der Zusammenarbeit zwischen Industrie, Wissenschaft und Behörden gesammelt werden.
Die in der EU eingeführte Batterieverordnung verpflichtet Wirtschaftsakteure, die Batterien auf dem EU-Markt anbieten, zur Bereitstellung eines digitalen Batteriepasses [1]. Dies betrifft zwangsläufig auch den Automobilsektor und damit europäische und ausländische Unternehmen, die Elektrofahrzeuge (Battery Electric Vehicles, BEVs) auf dem EU-Markt anbieten. Eine Herausforderung für die betroffenen Unternehmen besteht darin, dass die Informationen im Batteriepass eine breite Palette von Datenpunkten abdecken müssen – darunter statische Daten über die Batterie, ihren Hersteller, Materialzusammensetzung, Recyclinganteil sowie dynamische Daten wie den Ladezustand. Behörden und andere Parteien wie sogenannte Second-Use Manufacturers müssen auf diese Informationen zugreifen und sie für die Überwachung der Einhaltung von Vorschriften sowie zur Förderung der Kreislaufwirtschaft nutzen können.
Während sich andere Batteriepassprojekte hauptsächlich mit dem Verständnis der durch die Batterieverordnung geforderten Datenattribute oder der Lösung technischer IT-Herausforderungen beschäftigten, arbeitet das hier vorgestellte Projekt an einem realen Anwendungsfall mit Beteiligung von Unternehmen und Behörden. Dabei wurde ein Batteriezellpass in ein Fahrzeug implementiert, das nach der Produktion in Korea nach Europa importiert wurde. Das Pilotprojekt konzentrierte sich auf die Gewinnung von Erkenntnissen unter Berücksichtigung technischer und organisatorischer Aspekte. Es stellt den weltweit ersten Realversuch mit einem Batteriepass im Zusammenwirken von Industrie und Behörden dar.